1. Schwangerschaft

Angst vor einer erneuten Fehlgeburt

Nach meiner Fehlgeburt war das einzige, was mich aus dieser Lage befreit hatte. Die Gewissheit, noch befruchtete Eizellen eingefroren zu haben und diese baldmöglichst wieder einsetzen zu können. Als es dann so weit war und ich endlich die positive Nachricht bekommen habe, dass ich wieder schwanger bin, ging das Gefühlschaos erst so richtig los.

Im ersten Moment ist da die große Freude, pures Glück erfüllt dich und deinen ganzen Körper du würdest am liebsten in die Welt hinausschreien „ja ich bin wieder schwanger“ es ist wie ein Rausch voller Freude, Glück, und Hoffnung. Dieser Moment des Glücks wird nur von der Geburt deines Kindes getoppt. Jetzt bin ich wieder im Modus schwanger angekommen. Ich durchforste wieder das Internet und achtet auf alles, was Schwangere ja bloß nicht tun sollen. Ich lege meine Hand wieder ganz bewusst auf meinen Bauch und fühlte, da schlummert jetzt wieder ein kleines Wesen.

Und ganz langsam schleicht sich das Gefühl der Angst mit ein. Ich denke, ein bisschen angst ist nach einer Fehlgeburt OK aber man darf die Angst nicht zu groß werden lassen. Ja das ist leichter gesagt als getan. Schon am ersten Tag sprach ich den Gedanken aus, was wenn es wieder schief geht? Was dann? Chris versuchte meine Angst zu bremsen, indem er mir gut zusprach, er sagte „jetzt wird alles gut“, „das passiert nicht noch mal“, „dieses Mal klappt es“. Er versuchte, mich zu beruhigen das war gut, aber die Angst blieb und sie wurde größer. Es wechselten sich ständig die Momente der Freude mit denen der Angst ab. Es ist wie das Gefühlschaos, das durch die Hormone verursacht wird. Jetzt ist alles Super und im nächsten Moment ist alles blöd.

Die Angst ist zu groß

Am schlimmsten war die Angst, nach dem Ultraschall in der 7. Woche da hatte ich mein Baby gesehen. Ich konnte sehen, es ist alles gut. Zwischen der 7. Und der 11. Woche war pure Panik, jeden einzelnen Tag wollte ich bei meiner Gynäkologin anrufen und noch mal einen Ultraschall machen. Ich wollte ständig Gewissheit haben, ob es dem Kind gut geht, ob alles in Ordnung ist, ob es noch lebt. Die Angst das es wieder zu einer Fehlgeburt kam, war in diesen Wochen viel zu groß.

Trotz der normalen Schwangerschaftsanzeichen Schwindel, Übelkeit konnte ich kein Urvertrauen in meinen Körper setzen, das es dem Baby wirklich gut ging. Chris hielt mich ständig davon ab, bei meiner Gynäkologin anzurufen. Die hätte sowieso nur gesagt, dass ich mich nicht verrückt machen soll. Und insgeheim wusste ich natürlich auch, dass meine Angst etwas übertrieben ist. Zum Glück war meine Gynäkologin zu dieser Zeit im Urlaub, also es hätte nichts genutzt einen Termin zum Ultraschall auszumachen.

Irgendwie musste ich es durch diese Wochen schaffen. Ich hatte auch Angst davor, ob das Gefühl der Angst die ganze Schwangerschaft bleiben würde. Den eigentlich wollte ich mich ja über meine Schwangerschaft freuen. Eines kann ich sagen, das Gefühl der Angst verändert sich im Lauf der Schwangerschaft. Nach der 12. Woche, ging es deutlich zurück, es belastete nicht mehr so sehr meinen Alltag. Was nicht bedeutet das ich nicht vor jedem Ultraschall nervös war. Aber die Angst wurde mit jedem Schwangerschaftsmonat geringer und ich glaube, es war ca. 20. Woche, als die Angst fast ganz verschwand. Von da an konnte ich mich wirklich nur auf das Positive der Schwangerschaft konzentrieren.

Lies auch: https://tschusens.de/wieder-schwanger/

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