1. Schwangerschaft

Meine Fehlgeburt

Teil 1

In meinem ersten Blogbeitrag habe ich euch ja schon erzählt, dass ich eine Fehlgeburt hatte. Ich möchte hier näher darauf eingehen. Wie meine Gefühlswelt da aussah und was aus medizinischer Sicht gemacht wurde. Kleine Warnung der Beitrag ist sehr emotional.

Ich hatte einen ganz regulären Ultraschall, in der 10. Woche meine Mama begleitete mich zu diesem Arzttermin und wir freuten uns riesig, das kleine Baby zu sehen. Als meine Frauenärztin den Schall begann, sah ich etwas kleines „mein Baby“. Meine Frauenärztin schaute und schaute weiter, ohne etwas zu sagen. Und dann sagt Sie: Es tut mir leid, ich kann keinen Herzschlag feststellen. Dieser Satz änderte alles, von einer Sekunde auf die andere war nichts mehr wie vorher.

Ich konnte es gar nicht glauben. Ich war schockiert und fing an zu weinen. Was meine Frauenärztin dann sagte? Keine Ahnung ich war wie im Tunnel, ich musste das Gesagte erst einmal verarbeiten. Dann konnte ich mich wieder zusammenreißen und ich fragte, was wir jetzt machen müssen? Ob das operiert werden muss? Meine Frauenärztin sagte: Sie schickt mich jetzt in die Klinik, um eine zweite Meinung einzuholen. Aber Sie ist sich sicher, auch wenn Sie mir wünschen würde das es nicht so ist.

Was passiert nun?

Sie sagte, das man dann eine OP vornehmen würde. In meinem Kopf liefen sämtliche Gedanken total durcheinander, Und doch wusste ich nichts. Ich fragte Sie „Wie kann das denn sein, beim letzten Ultraschall hat das Herz noch geschlagen?“, sie erwiderte „Ja genau, aber manchmal passiert das und Sie sind nicht die Einzige, bei der das passiert“. Eine Fehlgeburt tritt bei ca. 20% der Frauen ein. Ich weiß sie hat es nur gut gemeint und sie hat auch mit mir gelitten, aber in diesem Moment bringt es überhaupt nichts.

Aber völlig egal, was sie in diesem Moment gesagt hätte, nichts hätte die Situation besser gemacht. Ich fragte noch nach, ob wir trotzdem wieder eine Befruchtung machen können und wann. Sie versicherte mir, dass das kein Problem sei und mein Körper ja jetzt bereit war, für eine Schwangerschaft ist. Und dass man ein paar Zyklen abwarten müsse, aber dann könnte man den nächsten Versuch machen. Das war meine Rettung, dieser Satz „Wir können es wieder versuchen, sobald wie möglich“. Das hat mich durch diese schwere Zeit geführt. Nach der Untersuchung bin ich aus der Praxis und habe nur geweint, jetzt konnte ich wirklich nicht mehr.

Ich muss es meinem Mann sagen…

Aber ich musste erstmal meinen Mann Chris anrufen. Ich rief ihn an und sagte „Das Baby lebt nicht mehr, ich muss ins Krankenhaus, kommst du?“. Klar mein Mann fuhr auch direkt ins Krankenhaus. Da hatte ich es das erste Mal ausgesprochen, das unser Baby jetzt nicht mehr da war. Ich konnte mich einigermaßen zusammenreißen, wir fuhren ins Krankenhaus und als ich auf meinen Mann traf, war alles vorbei. Ich konnte nur noch weinen.

Mein Mann fragte, was genau passiert sei und ich erzählte ihm alles und doch konnte er es noch nicht glauben. Ich glaube, er hat es erst wirklich wahrhaben wollen als er es beim Ultraschall den die Ärztin im Krankenhaus gemacht hatte gesehen hat. Für mich war das nur eine Bestätigung, aber ich erkannte jetzt natürlich auch, dass das Baby nicht so groß war, wie es zu dieser Zeit hätte sein müssen. Lt. der Ärztin muss es bereits in der 7. Woche gestorben sein, also schon vor 3 Wochen. Die Ärztin erklärte mir dann, dass es sich hierbei, um einen Missed Abbortion handelt.

Fehlgeburt Missed Abbortion

Ein Missed Abbortion ist eine verhaltene Form der Fehlgeburt, hierbei stirbt der Fötus ohne Symptome, die Frau selbst bemerkt das gar nicht. Und erst bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung wird dann die Fehlgeburt festgestellt. Ich bekam einen OP-Termin für in 2 Tagen, bei dieser OP wurde eine Ausschabung vorgenommen. Die Ärztin erklärte mir den Eingriff und ich war einverstanden. Sicher hätte es noch die andere Methode gegeben einfach der Natur ihren Weg zu überlassen und auf die Blutung zu warten aber das wäre für mich nie infrage gekommen. Man muss eben auch damit umgehen können, das ein totes Baby in deinem Bauch ist und das war in den zwei Tagen bis zur OP schon schwer genug.

Nach den Untersuchungen konnten wir endlich nach Hause. Ich war total am Ende, ich weinte die ganze Zeit, ich hätte schreien können vor Schmerz. Ich versuchte zu verstehen, was passiert war, warum das ausgerechnet, uns passiert ist. Es gibt darauf keine Antwort, es passiert einfach und ganz ohne Grund. Ich trauerte und wusste nicht wohin mit meinen Gefühlen, hinzukam, dass das Baby ja noch im Bauch war. Ich erwischte mich ganz oft bei dem Gedanken, dass sich alle vielleicht geirrt hatten. Vielleicht lebte es ja doch noch? Ich hatte ja schließlich auch keine Blutungen, wie man das sonst vom Hörensagen kannte. Aber ich wusste, das waren nur Wünsche. Ich hoffte, das es besser werden würde, wenn das Baby nicht mehr im Bauch wäre.

Wie es weiter geht? Teil 2 https://tschusens.de/meine-fehlgeburt-teil2/

Quellenangabe: https://www.eltern.de/fehlgeburt/missed-abortion, https://www.eltern.de/schwangerschaft/5-15-woche/fehlgeburt.html#section_941

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